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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Judentum
Katzav Offline

Administrator


Beiträge: 297

10.07.2006 21:54
PESSACH antworten

PESSACH

In den Nissan fällt das erste der drei Wallfahrtsfeste, das Pessachfest, das in der Bibel auch als Fest der Mazzot, der ungesäuerten Brote, bezeichnet wird. Der Name Pessach(Überschreitung) stammt von dem in der Bibel gebotenen Opfer eines Lammes, das vor dem Auszug der Israeliten aus Ägypten geschlachtet und gegessen wurde. Im Bibeltext (2.Buch Mose,12,27) heißt es, G´´TT habe, als er alle Erstgeborenen in Ägypten erschlug, die Israeliten verschont, indem er ihre Häuser überging. Daher wird dises Fest Überschreitung genannt; auch das geopferte Lamm wird mit diesem Namen bezeichnet.

Wie alle Wallfahrtsfeste hat Pessach eine historische und eine mit der Natur verbundene Bedeutung.

Historisch erinnert das Fest an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, und noch heute wird im Gedenken an dieses Ereignis nur Ungesäuertes gegessen, weil der plötzliche Aufbruch aus Ägypten es nicht gestattete, den Brotteig vor dem Backen säuern zu lassen.

In landwirtschaftlicher ist Pessach mit der Ernte der Wintergerste verbunden:

Am zweiten Tag des Festes wurde zur Zeit der Existenz des Jerusalemer Tempels von der neuen Gerstenernte ein Omer, ein Quantum von 3,96 Litern, geopfert; erst danach durfte von diesem Korn gegessen werden.

Pessach wird acht Tage lang, vom 15. bis zum 22.Nissan, begangen. Zu den Hauptmerkmalen dieses durch seine Vorschriften besonders eindrucksvollen Festes gehört das Verbot, Chamez(Gesäuertes) zu genießen oder es überhaupt zu besitzen. Unter Gesäuertem werden alle Getreideprodukte, die in irgendeinem Stadium, selbst vor dem Mahlen, durch die Einwirkung von Fermenten, von Feuchtigkeit oder Hitze einen Gärungsprozess durchgemacht

haben. Um die Wohnung von Chamez zu befreien, findet deshalb vor Pessach ein äußerst gründlicher Hausputz statt. Der Hausherr ist verpflichtet, am Vorabend des 14.Nissan –bzw. falls das ein Schabbat ist, bereits einen Tag früher- das gesamte Haus nach noch vorhandenem Chamez zu durchsuchen und seinen Fund dann am Morgen zu verbrennen. Am Vormittag des 14.Nissan muss das Haus von Chamez frei sein. Da nun der Hausherr nach der vorangegangenen gründlichen Reinigung schwerlich Chamez finden dürfte, ist es üblich, einige Brotkrumen speziell für diese Suchaktion hinzulegen; anderenfalls wäre der vor der Suche gesagte Segenspruch, der sich auf die Verpflichtung des Wegräumens des Chamez bezieht, nutzlos, und das soll vermieden werden.

Da nun aber an sämtlichen Lebensmitteln Chamez haften kann, weil sie möglicherweise damit in Berührung gekommen sind, müssen auch sie aus dem Hause entfernt werden. Ebenso müssen alle Küchengeräte und Bestecke durch Ausglühen oder Auskochen von jeder Spur von Gesäuertem befreit werden.

Für Pessach wird Geschirr verwendet, das nur für diese Gelegenheit bestimmt ist,während das sonst gebrauchte separiert wird.

Nimmt man die Vorschriften genau, ergibt sich eine komplette Revolution des gesamten Haushalts. Es muss gesichert werden, dass alle Nahrungsmittel, die in der Pessachzeit im Haushalt verwendet werden, weder bei ihrer herstellung noch bei ihrer Lagerung jemals mit Chamez in Berührung gekommen sind. Während der gesamten Festzeit werden außer Mazzot keinerlei Getreideprodukte verzehrt; auch Hülsenfrüchte und Reis sind verboten.

Der geistigen Vorbereitung auf das Pessachfest dient der unmittelbar vorangehende Schabbat, der als der „große Schabbat“ bezeichnet wird.

Während der synagogale Ritus im wesentlichen dem der anderen Wallfahrtsfeste entspricht, zeichnet sich dieses Fest dadurch aus, dass er für die beiden ersten Abende ein häusliches Ritual gibt, eine festliche Mahlzeit, die nach einer festen Ordnung verläuft. Nach dem hebräischen Wort für „Ordnung“ wird diese Zeremonie „Seder“ genannt. Zum Seder versammelt sich die ganze Familie und wenn es möglich ist werden auch Gäste eingeladen.

Auf einer Schüssel befinden sich die zu dieser Mahlzeit erforderlichen symbolträchtigen Speisen: drei Mazzot, die jede in eine Serviette gehüllt sind oder in einer dreifächerigen Tasche liegen; ferner „Erdfrüchte“, wofür man Radieschen, Sellerie oder Petersilie verwendet; ein Gefäß mit Salzwasser; Bitterkraut, worunter Meerrettich oder Kopfsalat (oder beides) verstanden wird; ein aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein bereitetes bräunliches Mus; ein Knochen mit etwas gebratenem Fleisch daran und ein gekochtes Ei. Der Knochen mit Fleisch dient der Erinnerung an das Pessachopfer, das Opferlamm, wenngleich es nicht üblich ist, einen Hammelknochen dafür zu verwenden; das Ei soll das Wallfahrtsopfer symbolisieren. Beides muss zum Verzehr geeignet sein, wird jedoch nicht gegessen, während die übrigen Speisen, die auf der Sederschüssel liegen, im Verlauf der Zeremonie genossen werden. Auch sie sind von symbolischer Bedeutung und werden auf die Knechtschaft in Ägypten bezogen: Das Salzwasser, in das die Erdfrüchte getaucht werden, erinnert an die vergossenen Tränen, das Bitterkraut an die bitteren Leiden, das braune Fruchtmus an den Lehm, aus dem die Israeliten Ziegel herstellen mussten; die Mazzot werden als „Brot der Armut“ bezeichnet.

Die Ordnung der häuslichen Feier entspricht den Gepflogenheiten des antiken Gastmahls. Auch die symbolisch gedeuteten Speisen sind Bestandteile der antiken Mahlzeit, so dass Gewohnheiten des Altertums und Symbolik zusammengeflossen sind. Den antiken Üblichkeiten entspricht auch die Vorschrift, bei der Mahlzeit nicht zu sitzen, sondern zu liegen, was ein Vorrecht der Freien war. Diese Sitte wird beim Seder insofern beachtet, als man angelehnt sitzt und der Hausherr einen besonders bequemen, mit Kissen ausgepolsterten Sessel benutzt. Getrunken wird am Sederabend Wein, und zwar sind vier Becher pro Person vorgeschrieben. Zusätzlich zu den Trinkgefäßen für die Teilnehmer der Mahlzeit wird ein weiterer mit Wein gefüllter Becher auf den Tisch gestellt, der für den Propheten Elia bestimmt ist, dessen Kommen erwartet wird: Elia gilt als der Vorbote des Messias.

Der wesentliche Inhalt des Seder ist die Verlesung spezieller Texte, die sich auf den Auszug aus Ägypten beziehen; sie sind in der Pessach-Haggada zusammengestellt. Derjenige, der en Seder leitet soll die Texte nach Möglichkeit nicht nur vortragen sondern sie auch erklären.

Die abendfüllende Zeremonie beginnt mit dem Festtagskiddusch, dann folgt der Segen über die Erdfrüchte, nach dem dann Petersilie oder Radieschen in Salzwasser getaucht und gegessen werden.

Die Verlesung der Haggada wird durch das Abendessen unterbrochen. Der erste Teil des Seders schließt mit einem zeremoniellen Waschen der Hände, dann folgt ein Segenspruch über das Brot und einer speziell über das ungesäuerte Brot. Nach diesen beiden Segensprüchen wird von der obersten und der mittleren Mazza je ein Stück gegessen.

Nach dem Genuss der Mazzot wird ein Segenspruch über das Bitterkraut gesagt, das dann in das lehmartige Fruchtmus getaucht und gegessen wird.(Man benutzt hier als Bitterkraut meist Kopfsalat) Schließlich wird Mazza mit Bitterkraut genossen; hierfür verwendet man Meerrettich und die unterste Mazza.

Den Abschluss des Abendessens bildet der symbolische Nachtisch, der Afikoman, das vorher beiseite gelegte Stück Mazza. Es hat sich der fröhliche Brauch herausgebildet, dass der Hausherr zunächst das Stück nicht finden kann, weil die an der Feier teilnehmenden Kinder sich seiner bemächtigt und es versteckt haben. Damit die Feier fortgesetzt werden kann, muss das Stück Mazza mit einem kleinen Geschenk ausgelöst werden.

Dann nimmt der Seder seinen Fortgang. Der zweite Teil, der mit dem Tischgebet beginnt, ist etwas aufgelockert und trägt der Ermüdung der Teilnehmer, besonders der Kinder, insofern Rechnung, als in ihm eine Reihe von Liedern enthalten ist, deren Refrain von allen gemeinsam gesungen wird. Das bekannteste Lied ist das vom Zicklein, das in deutscher Übertragung auch in „Des Knaben Wunderhorn“ gelangt ist. Mit ihm endet der Seder, dessen Ritual an beiden Abenden wesentlich gleich ist.

Die beiden ersten und die beiden letzten Pessachtage sind Feiertage, während die Zwischentage als Halbfeiertage gelten.

Das synagogale Ritual entspricht in seinem Aufbau dem der anderen Wallfahrtsfeste. Mit Pessach endet das Winterhalbjahr und beginnt das Sommerhalbjahr. Die Regenzeit ist im vorderen Orient abgeschlossen, und darum entfällt die Erwähnung von Regen in der Tefilla, beginnend mit der lauten Wiederholung des Zusatzgebets durch den Vorbeter am ersten Pessachtag. An dieser Stelle wird ein umfangreiches Gebet um Tau8 eingeschaltet, das ein Gegenstück zum Regengebet am Schlussfest bildet.

Nach der Tefilla des Morgengebets wird das Hallel(Psalm 113-118) gesagt, wie das auch an den anderen Wallfahrtsfesten geschieht. Allerdings wird Pessach das Hallel nur an den beiden ersten Tageb zur Gänze vorgetragen; an den anderen Tagen wird ein sogenanntes „halbes Hallel“ gesagt, bei dem man die Anfänge von Psalm 115 und 116 auslässt. Als Begründung wird angegeben, dass das Hallel ein Lob-und Dankgebet ist; da jedoch die Befreiung unserer Vorfahren aus der ägyptischen Knechtschaft mit dem Tod so vieler Ägypter verbunden ist, wird die Freude gemindert, denn über den Tod seiner Feinde soll man sich nicht freuen.

Am Schabbat der Zwischentage wird nach dem Hallel im Morgengebet eine der „fünf Rollen“ gelesen, und zwar das Hohelied. Beginnt Pessach am Schabbat oder Sonntag, dann gibt es keinen Zwischenschabbat, und daher erfolgt in einem solchen Fall die Lesung des Hoheliedes am achten bzw. siebenten Pessachtage.

Am letzten Tag des Festes findet nach der Thora-und Prophetenlesung – wie an den anderen Wallfahrtsfesten – eine Seelenfeier zum Gedenken der Toten statt.

Am zweiten Tage des Pessachfestes wurde im Jerusalemer Tempel das Omer dargebracht, das Opfer der Wintergerste. Von diesem Termin zählt man sieben Wochen bis zum Schawuot.




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Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst!

Thomas Offline

mishtatef


Beiträge: 297

10.07.2006 22:08
#2 RE: PESSACH antworten

Ein wunderschöner Beitrag..

Baruch Shalom

Thomas
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