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Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 633 mal aufgerufen
 Judentum
Seiten 1 | 2
Katzav Offline

Administrator


Beiträge: 297

10.07.2006 19:00
#16 RE: habe eine frage antworten

Nemanja wollte von Juden Antworten zu einem jüdischen Thema.
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Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst!

Schwester Offline

Scherzkeksele


Beiträge: 618

10.07.2006 19:02
#17 RE: habe eine frage antworten

Nur weil ich keine Jüdin bin, darf ich keine antwort äussern??
Also ich bin ja hier um zu lernen, nicht nur einstecken auch um aus zuteilen.

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Die Welt ist Dunkelheit, Wissen ist Licht, aber Wissen ohne Wahrheit ist nichts als ein Schatten.

Katzav Offline

Administrator


Beiträge: 297

10.07.2006 19:08
#18 RE: habe eine frage antworten

doch du darfst deine Meinung aüßern. Und fragen darfst du erst recht, aber wenn Nemanja etwas zur jüdischen Sicht der Dinge hören möchte wäre es wohl bessre, wenn sich Juden dazu äußern.
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Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst!

Schwester Offline

Scherzkeksele


Beiträge: 618

10.07.2006 19:11
#19 RE: habe eine frage antworten

Naja.. so ahnungslos bin ich auch mal wieder nicht
Aber ich werde mich in Zukunft zusammenreisen, aber kann es nicht versprechen.. also bitte nicht böse sein

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Die Welt ist Dunkelheit, Wissen ist Licht, aber Wissen ohne Wahrheit ist nichts als ein Schatten.

Thomas Offline

mishtatef


Beiträge: 297

10.07.2006 19:20
#20 RE: habe eine frage antworten
Zitat von Katzav

Deine Nationalität ändert sich nur wenn du nach Israel auswanderst. Dann wirst du Israeli.

Shalom Katzav,

auch dann kann er seine Serbische Nationalität behalten.. ich kenne einige mit zwei,ist gar kein Thema.

Thomas
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Ein Weg entsteht, indem man ihn geht. (Chuang-tzu)

Thomas Offline

mishtatef


Beiträge: 297

10.07.2006 19:42
#21 RE: habe eine frage antworten

Zitat von nemanja1203

Recht haben und Recht bekommen,sind zwei unterschiedliche sachen.
nemanja1203

Zwar gilt wie gesagt bis heute, daß Jude oder Jüdin sei, wer von einer jüdischen Mutter abstamme, doch ist dieser Minimalkonsens sofort hinfällig, sobald sich eine Jüdin oder ein Jude taufen läßt. Umgekehrt könnte ich als Nichtjude durch Konversion und Beschneidung zum Juden werden. Ich bin dann Teil eines Volkes und habe auch Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft, obwohl ich ethnisch nicht aus ihm stamme.
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Thomas Offline

mishtatef


Beiträge: 297

10.07.2006 21:04
#22 RE: habe eine frage antworten

Shalom alle,

ich habe hier ein interview, dieses passt gut zum Thema hier rein:

... und dann war ich Jüdin

Zwei junge Berliner Juden im Porträt

Das Leben in der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands muss unheimlich spannend sein, denke ich mir. Ehrfürchtig besuche ich ein paar Synagogen, laufe durch das Jüdische Museum und setze mich erwartungsvoll in ein jüdisches Café - aber überall begegnen mir nur Touristen. Wo sind denn die jüdischen Jugendlichen? In der Uni, zu Hause und in ganz normalen Kneipen, stelle ich fest.


In Katis Küche gibt es alles doppelt: kleine und große Töpfe, Pfannen, Kellen und Besteck. "Ich koche koscher", sagt sie ganz selbstverständlich. Koscher ist hebräisch und bedeutet so viel wie ‚rein’ oder ‚einwandfrei’. Koscher zu leben - das begreife ich beim Anblick der doppelten Ausstattung - heißt nicht nur, kein Schweinefleisch zu essen, sondern bezieht sich auf viele, ganz alltägliche Handlungen, über die ich bisher gar nicht nachgedacht habe. Mir ist es egal, ob mein Putenschnitzel zusammen mit der Sahnesoße in einer Pfanne brutzelt. Kati dagegen darf das Schnitzel und die Soße nicht einmal gleichzeitig essen, geschweige denn mit dem gleichen Kochgeschirr zubereiten.

Koscheres Essen, koscheres Leben

Die strengen Speisevorschriften spielen eine große Rolle im Judentum. Es geht darum, bewusst zu leben und sich bei jeder kleinen Handlung immer wieder die Religion vor Augen zu führen. "Für mich ist das Judentum jeden Tag da", sagt Kati. Die 26-jährige Berlinerin ist vor vier Jahren zum jüdischen Glauben konvertiert; eigentlich war sie evangelisch getauft und konfirmiert. "Aber Gott ist mir jetzt näher als im Christentum. Das Judentum ist für mich ‚nach Hause kommen’." Bis dahin war es, so erzählt sie mir, auch ein langer Weg.

Gott ist mir jetzt näher

Nach einem Aufenthalt in Israel begann für die junge Studentin die Auseinandersetzung mit dem Judentum. "Mit der Zeit habe ich die Religion lieb gewonnen", erklärt sie. Was so einfach klingt, war mit Beharrlichkeit und viel Aufwand verbunden, denn so einfach ist es nicht, den jüdischen Glauben anzunehmen. "Ich war beim Rabbiner und habe darum gebeten, in die Gemeinde aufgenommen zu werden. Zweimal wurde ich wieder weggeschickt, erst beim dritten Mal hat er mich akzeptiert." Kati erklärt mir, dass die Rabbis so den Willen testen. Sie war darauf vorbereitet und wusste außerdem, dass der Rabbi sie beim dritten Gespräch aufnehmen musste.

Prüfung vor einem jüdischen Tribunal

Von da an wurde Kati zweieinhalb Jahre lang von der Frau des Rabbis unterrichtet. Was lernt man in dieser Zeit? "Hauptsächlich studiert man die Gesetze", erzählt die Studentin. "Nebenbei habe ich an der Volkshochschule einen Hebräisch-Kurs besucht. Aber ich spreche es nicht besonders gut", lacht sie. Der eigentliche Übertritt fand dann in den Vereinigten Staaten in Connecticut statt. "Ich musste vor das Beit Din treten, das heißt übersetzt ‚Haus der Drei’ und ist eine Art jüdisches Tribunal, das auch bei Streitigkeiten angerufen werden kann. Und ein Beit Din gab es bis vor kurzem in Deutschland nicht." Ich bin beeindruckt. Hat man nicht unheimlich Angst zu versagen, wenn man so viel in seinen Glauben investiert? "Natürlich war ich extrem nervös", bestätigt Kati. "Gute drei Stunden hat das Interview mit den Rabbinern gedauert. Aber es ist alles gut gegangen. Ich musste im Anschluss ein rituelles Bad, Mikwe, nehmen und nach dem Auftauchen einen Segen sprechen - und dann war ich Jüdin."

Jüdisch sein heißt Pflichten haben

Der 25-jährige Daniel ist Jude von Geburt an. Er weiß, warum es Konvertiten so schwer gemacht wird, den jüdischen Glauben anzunehmen. "In unserer Religion sind wir ein ‚auserwähltes Volk’. Das wird oft missverstanden. Gemeint ist gar nicht, dass wir etwas Besseres sind, sondern vielmehr, dass wir eine besondere Bürde zu tragen haben. Wer Jude wird, geht eine Verpflichtung ein, nämlich, die Gesetze der Tora zu befolgen. Deshalb ist die Hürde für Konvertiten sehr hoch." Daniel erzählt mir, dass er in einer orthodoxen jüdischen Gemeinde aufgewachsen ist. Da fällt mir auf, dass er gar keine Kippah trägt, das kleine Käppchen als Zeichen der Ehrfurcht vor Gott. In die Synagoge geht er auch nur zu hohen Feiertagen. Ist das liberales Judentum? Nein, nur das Leben eines ganz normalen Jugendlichen. "An Schabbat, also Freitag abends, gehe ich oft mit meinen Freunden weg. Manchmal bin ich auch einfach zu faul, um in die Synagoge zu gehen", gesteht er. Und obwohl Daniel im täglichen Leben offenbar längst nicht alle Vorschriften und Gesetze befolgt, hält er in der Theorie an ihnen fest. "Ich glaube, dass etwas von der ursprünglichen Idee verloren geht, wenn man bestimmte Rituale locker auslegt."

Kein Feuer an Schabbat

Das muss Daniel mir erklären, denn für mich klingen seine Worte nach einem eher gespaltenen Verhältnis zur Religion. "Ein Gesetz mal zu brechen ist etwas anderes, als es von vornherein abzuschwächen", sagt er. "An Schabbat darf beispielsweise kein Feuer entzündet werden. Trotzdem mache ich am Freitag Abend das Licht an. Aber ich setze mich damit auseinander. Ohne dieses Nachdenken und eine Diskussion über den Umgang mit unseren Regeln wird die Tradition dagegen verwässert. Es ist mir wichtig, dass das Gesetz weiter Gültigkeit hat."

Gemeinde? Fehlanzeige.

Wenn Daniel trotz seiner orthodoxen Vorstellungen manchmal recht liberal mit den jüdischen Riten umgeht, frage ich mich, wie das Leben in der Berliner Gemeinde aussieht. Aber so genau kann er mir das gar nicht sagen. "Mein Judentum spielt sich eher im Privaten ab", sagt er. Auch Kati lebt ihre Religion eher für sich oder mit jüdischen Freunden. "Die jüdische Gemeinde in Berlin ist zwar die größte in Deutschland, aber es ist nicht so, dass sich alle Juden regelmäßig treffen. Und gerade die Jungen haben entweder wenig mit ihrer Religion am Hut oder sie wandern nach Frankreich oder Israel aus, wo es für sie viel einfacher ist, streng nach jüdischen Regeln zu leben."

Ich bete nicht ständig

Was ist mit den jüdischen Cafés in der Stadt? Sind das keine Treffpunkte? "Nein", lacht Daniel. "Das ist eher etwas für Touristen." Na gut, wenn schon nicht gemeinsam, wie findet dann die Auseinandersetzung mit Gott statt? "Es ist nicht so, dass ich ständig bete", meint Daniel. "Ich bin auch nicht ständig im Zwiegespräch mit Gott. Das Judentum ist eher eines Gesetzesreligion. Meine jüdische Identität bedeutet für mich, nach den Regeln der Tora - also koscher - zu leben." So ähnlich denkt auch Kati: "Ich richte mich natürlich nach den jüdischen Gesetzen, feiere jüdische Festtage und gehe ab und zu in die Synagoge. Ansonsten lebe ich ganz normal." Normalität ist übrigens etwas, was Kati sich auch in Bezug auf den öffentlichen Umgang mit dem Judentum wünschen würde. "Es wäre schön, wenn Juden mit Kippah sich genauso unbeschwert bewegen könnten, wie türkische Frauen mit Kopftuch. Leider wird Juden auch hier in Berlin immer noch hinterher gestarrt."

Zwei Dinge habe ich gelernt. Erstens: Kati und Daniel sind zwei junge Berliner Juden, die ihre Religion zwar sehr ernst nehmen, sie aber ganz unspektakulär leben. Und zweitens: Koschere Gerichte schmecken richtig lecker, besonders das Fischcurry, das Kati zubereitet hat. Bei diesem Essen könnte ich noch stundenlang weiter plaudern - über Gott und die Welt.
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Ein Weg entsteht, indem man ihn geht. (Chuang-tzu)

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